Was ist eigentlich Rock?
Wir feiern Rock-Partys, wir hören gern Rock, wir unterscheiden sogar zwischen Alternative Rock, Rock and Roll oder Rockabilly. Wir wissen, wie wir die Subgenres des Rock unterscheiden können und sind sogar in der Lage, Unterscheidungen eindeutig wiederzugeben. Oder doch nicht? Wer könnte uns z.B. die zehn wichtigsten, weil ältesten, Ursprungsrichtungen des Rock nennen? Wahrscheinlich sehr wenige, und deswegen wollen wir euch auf eine kleine Reise durch die Geschichte des Rock einladen, die wir gleich mit den besagten Hauptrichtungen und Ursprüngen beginnen wollen…
Die alte Garde
Northern Band Style
Zeit: Ab ca. 1953/54, entstanden im Norden der USA
Spielart: Inspiriert von der schwarzen Rhythm & Blues Bewegung der USA mit Bigbandsound, gekoppelt mit Offbeat im 4/4 Takt
Bekannte Vertreter: Bill Haley & The Comets
Rockabilly
Zeit: Ab 1954 mit Elvis Presleys „That’s Allright, Mama“, entstanden in Memphis, Tennessee
Spielart: Mix aus flotter Country- und Hillbillymusik und inspiriert durch den Rhythm & Blues, mittels leicht verzerrter Gitarre und „Slap-Kontrabass“ gespielt
Bekannte Vertreter: Künstler von Sun Records, die als Vorreiter der Szene gelten, Elvis Presley, ältere Klänge von Roy Orbison, Eddie Cochran
Eine Revival-Welle, die bis heute anhält, erlebt der Rockabilly-Sound ab Ende der 90er.
Black Doowop
Zeit: Ca. 1954 in zahlreichen Großstädten der USA, Höhepunkt der Popularität 1956
Spielart: Rhythm & Blues Vertreter mit dem Schwerpunkt auf mehrstimmige Gesangsarrangements, überwiegend in den schwarzen Vierteln amerikanischer Großstädte gespielt, dort vornehmlich in Bahnhöfen und anderen großen Hallen zur Unterhaltung gespielt/gesungen und nicht selten mit fragwürdigen, sexistischen Texten gespickt.
Bekannte Vertreter: The Platters, The Moonglows
New Orleans Sound
Zeit: Ab ca. 1955, entstanden im Süden der USA (New Orleans)
Spielart: Markant ist das hoch und triolisch gespielte Piano. Der New Orleans Sound ist bis heute eine altbekannte Tradition überwiegend schwarzer Bürger in den USA, deren Kult nach wie vor eifrig am Leben gehalten wird.
Bekannte Vertreter: Little Richard, Fats Domino
Car-Sound
Zeit: Ca. 1955, entstanden im Norden der USA (Michigan)
Spielart: Für heutigen Rock die wichtigste, traditionelle Spielart. Erstmals verzerrte Chuck Berry, bis heute einer der einflussreichsten Gitarristen, seine Gitarre mehr als zuvor mittels einer Röhre. Chuck Berry gilt außerdem als einer der meist gecoverten Musiker und ist heute in den USA Standardmaterial für jede Schülerband.
Bekannte Vertreter: Chuck Berry, Bo Diddly
Handjive
Zeit: Ca. 1956, entstanden in Chicago
Spielart: ursprünglich aus der schwarzen Bevölkerung der USA stammend, ist der Handjive eine Unterart des Rhythm & Blues der 50er. Percussionelemente gelten als sehr vordergründig und dominant. Inspirationsquelle von Größen wie THE ROLLING STONES.
Bekannte Vertreter: Bo Diddly (später), Johnny Otis
White Doowop
Zeit: Ab ca. 1957, überwiegend in der New Yorker Bronx entstanden
Spielart: Überwiegend von weißen, italo-amerikanischen Künstlern gespielt, ist der White Doowop eine Kopie des Black Doowop. Sexistische Themen werden von Beginn an durch typische Alltagsthemen, vornehmlich über die Probleme von Teenagern, ersetzt. Gilt heute als Inspirationsquelle für die ersten Surf- und Highschool-Rockbands (Beachboys etc.)
Bekannte Vertreter: Dion DiMucci
Instrumental
Zeit: Ca. 1958, entstanden im Westen der USA (Phoenix, Arizona)
Spielart: Meist technisch anspruchsvolle Gitarrenarbeit und rein instrumental (ohne jeglichen Gesang). Als Stimmersatz zur leicht verzerrten Gitarre dient oft ein Saxophon, das zarte Soli spielt. Markant an der Aufnahmetechnik ist ein metallischer Hall im Hintergrund.
Bekannte Vertreter: Duane Eddy, The Ventures, The Shaddows (Cliff Richards’ Begleitband)
Teenage Rock’n’Roll/Highschool
Zeit: Ab ca. 1960, entstanden landesweit in den USA
Spielart: Es ist nach wie vor unklar, ob man dieses Subgenre als Rock bezeichnen darf. Saubere, harmlose Teenager, die stets frei von Lederjacken, Bluejeans und Pomadenfrisur sind, werden landesweit gecastet, um eine nicht so anstößige, softere Form des Rock’n’Roll zu spielen. Nicht vorhandene Sangeskünste werden erstmals im Studio durch Schnitte und Verschiebungen ausgeglichen. Geboren wurden Playback-Liveauftritte, Castingbands und Studionachbesserungen. Geschaffen übrigens vom Establishment, um den Niedergang des Rock herbeizurufen!
Bekannte Vertreter: Paul Anka, Pat Boone, Frankie Avalon, Fabian
Surf/Hotrod
Zeit: Ab ca. 1961 im Westen der USA entstanden (Kalifornien)
Spielart: Als Vorreiter vermischten die Beachboys Chuck Berrys Car-Sound mit dem White Doowop und trafen mit ihrem ersten Titel „Surfin’“ gleich den Geschmack der breiten Masse (Platz 75 der Bill Board Charts). Surf/Hotrod gilt als Vorreiter des Punkrocks. Späte Surf/Hotrod Bands wie THE RAMONES erweiterten den Sound der Beachboys um ihren typischen, aggressiven Gesang.
Bekannte Vertreter: Beachboys, The Rip Chords, The Trashmen, Dick Dale & The Delltones
Twist
Zeit: Ab ca. 1961, entstanden in Europa und den USA
Spielart: Twist ist gleichermaßen Stil wie Tanz. Als erster Tanz, für den man keinen Partner benötigt, geht der Twist in die Geschichte ein. Musikalisch erlebt der traditionelle Rhythm & Blues sowie der „Elvis-Rock“ ein poppiges, fetziges Revival. Das erste Rock-Revival der Geschichte und der Kampf gegen den geleckten Teenager-/Highschool-Rock. Chubby Checkers „The Twist“ sowie Hank Ballards „Let’s Do The Twist“ sind die ersten Rocksongs, die in den USA auf Platz 1 der Bill Board Charts gehen und weltweit erfolgreich sind.
Bekannte Vertreter: Hank Ballard, Chubby Checker
The Beat
Zeit: Ab 1962, entstanden in England
Spielart: Durch alle vorangegangenen Spielarten inspiriert, setzen die BEATLES zum großen Wurf an und erobern die ganze Welt im Sturm. THE BEATLES legen den Grundstein tausender Folgebands in typischer Rock-Grundbesetzung mit einer oder zwei Gitarren, einem E-Bass, Schlagzeug und facettenreichem Gesang.
Bekannte Vertreter: Beatles
Rock heute
Erst die späteren Urväter des Rock, wie z.B. Chubby Checker, Hank Ballard, die Beachboys, Die Beatles und die Ramones sind es, die die heutigen Rocksounds in die Wege leiten. Mit dem Fortschreiten der Zeit wachsen vor allem die technischen Möglichkeiten. Tonstudios sprießen aus dem Boden, Instrumente werden vermehrt „elektrifiziert“, Labels gründen sich flächendeckend und der Grundstein ist gelegt für zahlreichen Vorreiter des modernen Rock, die bis heute als Fels in der Brandung alle Zweifler an unserem geliebten Genre abwehren. Sie sind es, die den Weg ebnen, eine neue Generation Rock ins Leben zu rufen, die alte Grenzen einreißen, neue Einflüsse einbringen und sowohl textlich, als auch mental eine Tradition fortsetzen, die als die älteste der gesamten Musikwelt gilt.
Die Spielarten der neuen Generation des Rock
Punkrock
Zeit: Populär besonders in den 70er und 80er Jahren in Europa und den USA
Spielart: Der Punk, Vorreiter sind die Ramones, die Sexpistols etc., infiziert eine ganze Generation mit dem Song und Motto „No Future“. Punk definiert sich über schnell gespielte Takte, simple Gitarren-Akkorde, aggressiven Gesang und vornehmlich linksradikale (die Nazipunk-Szene entsteht erst später und bedarf keiner weiteren Erwähnung!) oder sozialkritische Texte. Punk erlebt sein Revival Mitte der 90er mit vornehmlich amerikanischen, so genannten College-Punkbands, wie Green Day, The Offspring, Blink 182 etc.
Bekannte Vertreter: The Ramones, The Sexpistols, The Smiths
Psychobilly
Zeit: ab Anfang der 80er, entstanden in England
Spielart: Psychobilly verbindet textlich die Leidenschaft für das Makabere (oft auf B-Movies und Horrorfilmen gezogen) mit dem Punkrock und lässt die beinahe in Vergessenheit geratene Rockabilly-Szene noch einmal hochleben. Der Name des Genres entstammt übrigens einem Johnny-Cash-Song.
Bekannte Vertreter: The Meteors, The P.O.X., Demented Are Go
Psychedelic/Experimental Rock
Zeit: Erstmals Mitte der 60er, jedoch bis heute aktuell, entstanden weltweit
Spielart: Erstmals mischen Rockmusiker musikalisch eher untypische Instrumente mit der klassischen Rock-Instrumentierung und experimentieren. Die indische Sitar sowie die bekannte Hammondorgel gelten hier als meist verwendete Instrumente neben den klassischen. Bands wie The Doors oder auch The Rolling Stones verwenden viele psychedelische Elemente. Der Drogenkonsum hält endgültig Einzug in den Rock’n’Roll und sorgt für viele tragische Tode (Jimmy Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison)
Bekannte Vertreter: The Doors, Deep Purple, Led Zeppelin, Pink Floyd
Aktuellere Vertreter: Portishead, teilweise ältere Sounds von Tool
Progressive Rock
Zeit: Ab Ende der 70er bis heute, entstanden weltweit, mehrheitlich allerdings in Europa
Spielart: Die Prog-Rocker besinnen sich auf Teile des Jazz und kombinieren diesen mit den neu gewonnenen Einflüssen aus dem experimentell-psychedelischen Rock. Voraussetzung zum Genuss der Musik ist oft ein gewisses musikalisches Grundverständnis. Für den Laien klingt dieses Genre ansonsten oft undurchsichtig und kompliziert. Eine Mischung aus Psychedelic und Progressive Rock ist das deutsche Phänomen des Krautrock, das mit Birthcontrol, Jade oder Amon Düül (I+II) aufwartet.
Bekannte Vertreter: Genesis, Cream, King Crimson
Aktuelle Vertreter: Porcupine Tree, Opeth (vereinzelt, z.B. auf „Damnation“)
Alternative Rock
Zeit: weltweit etabliert als Begriff seit Anfang der 90er
Spielart: Als Alternative Rock bezeichnet man heute oft den eher massentauglichen Rock im Stil von Bands wie Nickelback, Staind oder R.E.M. Allerdings zählt man auch Bands wie Radiohead oder die Retrobands The White Stripes oder Franz Ferdinand stilistisch zum Alternative Rock. Das Genre ist breit gefächert und dient weniger der eindeutigen Identifizierung, sondern mehr zur groben Kategorisierung.
Bekannte Vertreter: Nickelback, Staind, Radiohead, Franz Ferdinand
Hard Rock
Zeit: ab Mitte der 70er bis heute
Spielart: Hard Rock definiert sich hauptsächlich über oft sexistische oder generell freizügige und weltoffene Themen. Musikalische Einflüsse liegen klar bei Bands wie den Rolling Stones oder auch Led Zeppelin. Hard Rock bietet ein breites Spektrum verschiedenster Gesangsarten und prägt erstmals das Image des so genannten „Bad Guys“, das erst vom Heavy Metal weiter perfektioniert werden sollte.
Bekannte Vertreter: Europe, AC/DC, Alive Cooper, Guns’n’Roses, Aerosmith, Mr. Big
Wie hat sich der Rock über die Jahre gesellschaftlich entwickelt?
Fragt man uns heute „Was ist eigentlich Rock an und für sich?“, würden die Antworten wohl eher zögernd und ungenau ausfallen. Deswegen wollen wir einfach einmal erörtern, was Rock eigentlich ist. Was ist es, das uns immer noch fasziniert, immer wieder in die Plattenläden und Online-Portale führt, um uns die Dosis zu holen, die Dosis Rock, die wir lieben, die Dosis Rock, die wir leben?
Das Rezept für einen Rocker im Ursprung ist sehr einfach. Rock bedeutet im Gefühl nichts anderes, als einfach anders zu sein, nicht mit der Welle der Bevölkerung schwimmen zu wollen, zu rebellieren und frei zu denken, … seine Gefühle anders auszudrücken, als durch Gewalt oder Politik. Rock bedeutet, die emotionalste Form der Nicht-Emotion zu fühlen, die etwas zu sagen hat... die Musik. Die Musik der Querdenker und Andersartigen. Die Musik der Außenseiter in ihrer reinsten Form.
Zwar wird der Begriff „Rock and Roll“ bereits 1934 von der amerikanischen Geschwisterband, den BOSWELL SISTERS, erwähnt, geprägt jedoch wird der Name des Genres erst 1951 durch die Radiosendung von DJ Alan Freed. Die Erfolgs-Geschichte des Rock beginnt allerdings erst so richtig mit der Geschichte der elektrischen Gitarre. Die Existenz beider nimmt in den 50er Jahren an Bedeutung zu und ohne Zweifel sind es Männer wie Elvis Presley, die dem Rock den Weg zur Salonfähigkeit ebnen – doch dieser Weg sollte noch ein sehr, sehr langer sein.
Von den konservativen Eltern der 50er verpönt, von Politikern als unmenschlich und animalisch beschimpft und von der Jugend geliebt, ist der Rock and Roll des mittleren 20. Jahrhunderts der stille Aufstand gegen Konformität und Alltagsleben. Rock and Roll ist das Ergebnis der natürlichen Suche des Menschen nach neuen Extremen. Elektrische Gitarren, Schlagzeuge, die aus mehr als nur einer oder zwei Trommeln bestehen, tiefe Bässe und ein rebellischer, oft als sexuell anstößig empfundener Stereotyp von Sänger, das sind die frühen Auswüchse der ersten Rockbands, die den typischen, frühen Sound etablieren. Mit der elektrischen Gitarre steigt der Rock in den 50er und 60er Jahren in immer höhere Gefilde auf, und stets ist es die Jugend, die dieser Musik verfallen ist. Ihre Aussage trifft den Kern ihrer Gedankenwelt, die Jugend identifiziert sich mit medialen Vorbildern, die eigentlich nie welche sein wollten und plötzlich sind die Veröffentlichungen von „Stairway To Heaven“, „The Wall“ oder in Deutschland „Tanz der Lemminge“ wichtiger und heißer erwartet, als die nächste Bundestagswahl oder der Schulunterricht. Mit dem Streben der Menschen nach neuen Extremen bleibt auch der Rock zwar im Ursprung erhalten und erlebt mit der Rockabilly-Szene Mitte der 90er retrospektiv sogar ihren zweiten Frühling, der bis heute andauert, gliedert sich jedoch bald in viele weitere Subgenres. Eines haben sie jedoch über Jahrzehnte alle gemeinsam: Den Begriff Rock!
Formationen wie THE BEATLES oder THE ROLLING STONES greifen in den 60ern den traditionellen Rock and Roll auf und erweitern das Vermächtnis des Kings. Schon bald ist Rock weltweit die Musik, die die meisten Teenager zu kreischenden, willenlosen Konzertgängern und Plattenkäufern heranzüchtet. Die BEATLES sind die erste Band nach Elvis, die weltweit durchschlagende Erfolge feiern und den Rock einem Massenpublikum näher bringen. Vereinzelt sprechen mittlerweile sogar Politiker von einem positiven Musikphänomen, verurteilen jedoch weiterhin den Lebensstil des gemeinen „Rockstars“, interpretieren gar komplette Texte wissentlich falsch, um ein künstliches Feindbild aufrecht zu erhalten. Dieses hingegen – immer noch auf der Suche nach weiteren Extremen – treibt weltweit die Evolution des Rock voran. Dem Motto „Nice boys don't play Rock'n'Roll“ folgend, werden Gitarren verzerrt, Takte schneller gespielt und die Progressivität wird kunstvoll von Bands wie THE DOORS, LED ZEPPELIN oder DEEP PURPLE perfektioniert, bis man sich Mitte bis Ende der 70er wiederum in zwei Lager spaltet. Die einen – wie Z.B. THE RAMONES oder THE SEXPISTOLS – beziehen sich auf die Anfänge und vollziehen eine Rückbesinnung auf von simplen Gitarrenakkorden dominierte, jedoch viel schnellere und aggressivere Musik. Der Punkrock ist geboren und es folgen ihm weltweit diejenigen, die die Wut auf Politik und Gesellschaft teilen. Die anderen – z.B. MEAT LOAF, AC DC, BON JOVI -, die größeren Gefallen an Rhythmus, heroischem Gesang und Melodie finden, werden Anhänger des Hard Rock. Erstmals tauchen Bands wie JETHRO TULL auf, die traditionelle Folklore-Instrumente [in diesem Fall Ian Anderson mit seiner Querflöte] in den Rock einfließen lassen. Für viele mögen IN EXTREMO oder SUBWAY TO SALLY eine beeindruckende Neuerung gewesen sein, während Vater und Mutter bereits vor über 35 Jahren zu „Aqualung“ oder „A Passion Play“ das Tanzbein schwingen und heute müde lächeln.
Jede Musikrichtung, sei es House, Techno, Hip Hop oder eben Rock ist, prägt stets vor allem eine weitere Sparte der Industrie: den Bekleidungsmarkt. Während man sich in den 50ern mit in Lederjacke und Bluejeans gekleideten und mit Pomade gestylten Idolen wie James Dean oder Marlon Brando identifiziert, sind es in den 80ern Sid Vicious' oder John Bon Jovis Spandex-Hosen, Nietenjacken, hohen Turnschuhe und toupierten, lange Haare. Nicht zuletzt der Rock und seine Anhänger lassen ab Mitte der 50er Jahre den Markt- und Börsenpreis von Rindsleder rapide ansteigen. Ikonen wir NIRVANA oder PEARL JAM prägen in den frühen 90ern den Gammel-Look und erobern mit ihrem Grunge Rock die Herzen der pubertierenden Jugend. Und so wird es auch in 20 Jahren wieder Bands geben, die der Bekleidungsindustrie neue Märkte erschließen.
Was ist Rock heute?
Das Lebensgefühl des Rock aus dem Ursprung – gegen die Konformität, den Normalzustand und für die Rebellion des Andersseins - ist größtenteils in den Hintergrund gerückt- Der Kleidungsstil entspricht mittlerweile ebenfalls eher dem Normalzustand. Nichtsdestotrotz hat das Genre es in den letzten zehn bis 15 Jahren endgültig geschafft, Seite an Seite mit anderen Musikrichtungen die Charts zu dominieren. Was vor 40 Jahren den BEATLES sensationell und nie da gewesen in die US Bill Board Charts bringt, geschieht heute im Wochentakt und die Rockbands sprießen, mal mehr, mal weniger hart, aus dem Boden. Nicht zuletzt deshalb sollte die so genannte Generation Rock sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, dass es schließlich sage und schreibe über 50 Jahre dauert, bis auch die Eltern und Großeltern zu einem Rocksong mit dem Fuß wippen, wenn er – als wäre es nichts Spezielles – täglich über die Radiosender geht. All jene sollten dankbar sein für die Vorarbeit der Pioniere, die uns erst heute das ermöglichen, was wir lieben. Was die ROLLING STONES in den 60ern waren, sind heute gleichermaßen THE WHITE STRIPES oder MARILYN MANSON, was früher LED ZEPPELIN war, ist heute TOOL... und trotz der Evolution, des technischen Fortschritts und der hintergründigen Lebensarten: es war, ist und wird dennoch immer Rock sein! Vielleicht Frischer, vielleicht emanzipierter, extremer oder auch kommerzieller. Nenn es, wie du willst, aber respektiere deine Wurzeln, denn ohne sie wäre dein Leben heute völlig rockfrei.






